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Die größten
Wirbelstürme - So eine Situation wie diese im August 2005 im Erzgebirge haben wir in Deutschland wohl noch nicht erlebt. Der orkanartige Sturm hat gewütet und hat sich dabei bestimmte Waldstücke regelrecht herausgepickt. Er hat Bergrücken nicht angerührt. So ist auf dem Fichtelberg zum Beispiel so gut wie nichts passiert. Dafür tobte er sich in den Tälern aus. Er hat ganze Kahlschläge produziert, Schneisen geschlagen, oftmals aber auch nur einzelne Brüche in den Beständen verursacht. Was da durch ihre Wälder
gerast ist, konnten selbst Fachleute nicht sofort wissen.
Es war kein Tornado, wie es zuerst noch von den Meteorologen
für möglich gehalten wurde. Bei diesem Sturm handelte es
sich um ein ganz besonderes Phänomen, das in Deutschland
sehr selten auftritt. Die Amerikaner haben ihm den Namen
"Derecho", was soviel wie vorwärts heißt, gegeben. Diese
Bezeichnung verdienen nur sehr schwere Stürme. Es geht dabei
um eine ganz spezielle Art von Gewittern. Sie entstehen,
wenn sich viele Gewitterzellen zu einem Bogen zusammenschließen.
Dabei kommt es zu äußerst hohen Windgeschwindigkeiten. 250
Stundenkilometer sind da möglich. In Erlabrunn, am
Fichtelberg sowie im ostsächsischen Zinnwald habe man am
Wochenende Spitzengeschwindigkeiten von 146, 155 bzw. 191
Stundenkilometern gemessen, so sagt ein Wetterexperte.
Vom Derecho heimgesucht wurden fast gleichzeitig Teile Bayerns, Tschechiens und Österreichs. Auch die Ausbreitung über ein derartig großes Gebiet - immerhin etwa 400 Kilometer - habe man bisher in Mitteleuropa sehr selten erlebt, weiß ein Experte. Laut dieser Schilderung haben die Forstleute also Grund zu der Hoffnung, dass sich ein Derecho nicht so schnell wieder meldet. Für sein eigenartiges "Zugreifen" und „Umherspringen" sind übrigens Verwirbelungen verantwortlich. Das Geschehene ist keine unüberwindbare Katastrophe, darin sind sich die Forstleute einig. Obwohl sie zugeben, dass der Anblick der betroffenen Wälder weh tut. „Da ist oft die Arbeit von Generationen mit einem Schlag zerstört worden." Zudem habe man zahlreiche Bestände erst in jüngster Vergangenheit zu Mischwäldern umgebaut. Quelle: "Freie Presse" vom 02.08.2005
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