"Rekorde"
Die größten
Wirbelstürme
Ob Orkan, Hurrikan, Blizzard oder Tornado – Wirbelstürme sind
Naturkatastrophen,
die oft viele Menschenleben fordern. Unter ihnen gelten die hauptsächlich in den
USA vorkommenden Tornados als die gefährlichsten. Jedes Jahr sterben durch sie
durchschnittlich hundert Menschen. Nach Schätzungen
gehen über 20% der jährlich durch
Naturkatastrophen verursachten Schäden auf das Konto schwerer Stürme.
Wirbelstürme sind starke spiralförmige Luftbewegungen um ein Zentrum außergewöhnlich
niedrigen Luftdrucks (dem "Auge" des Sturms). Im Wesentlichen gibt es
zwei Arten von Wirbelstürmen: Hurrikans und Tornados. Die Bezeichnungen sind
regional unterschiedlich, ein Hurrikan wird im nördlichen Indischen Ozean
Zyklon, im Gebiet des westlichen Pazifiks
Taifun, im Atlantik Hurrikan oder vor Australien Willy-Willy genannt. Tornados
heißen hierzulande Tromben oder Windhosen,
in England Devils.
Hurrikans
Hurrikans sind tropische
Wirbelstürme, die sich vorwiegend über Meeresteilen mit mehr als 27°C Oberflächentemperatur entwickeln.
Zu den Gebieten mit der größten Sturmhäufigkeit
gehören der mittlere Atlantik (vor allem Westindien, die Karibik, der Golf von
Mexiko sowie die südlichen und südöstlichen Küstenstaaten der USA) und der
östliche Pazifik sowie die Bucht von Bengalen, der südwestliche Indische Ozean
bei Madagaskar und Mauritius ("Mauritiusorkane") und die
Meeresgebiete nördlich von Australien .
Am häufigsten treten sie in den
Sommer- und Herbstmonaten auf.
Hurrikans
erreichen Durchmesser von 200-1500 km und Höhen von 9000 m und mehr. In dem
ruhigen Zentrum ist der Himmel oft klar und die Luftbewegung gering; in der
Regel liegt der Durchmesser des Auges zwischen 10 und 40 km. Der Luftdruck ist
hier extrem niedrig (oft unter 950 Hektopascal).
Die Windgeschwindigkeit, mit der sich die Luftmassen spiralförmig um das
Zentrum drehen, kann 120 bis 300 Stundenkilometer betragen. Ein Hurrikan wird
von enormen Niederschlagsmengen begleitet. So fielen
1896 in Mauritius in vier Tagen rd. 12 000
mm Niederschlag, das ist so viel wie in den regenreichsten Orten der Erde im
ganzen Jahr fällt.
Ein Beispiel - Der Hurrikan "Mitch"
Zu den schwersten Hurrikans der
letzten Jahrzehnte zählt der Hurrikan "Mitch", der sich 1998 über dem Golf von Mexiko aufbaute und in den
mittelamerikanischen Ländern El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua katastrophale Schäden verursachte.
Schlamm-Massen verschütteten viele
Dörfer und zerstörten landwirtschaftliche Nutzflachen. Die Sachschäden
summierten sich auf insgesamt 7 Milliarden US-$, wovon der größte Teil auf
Honduras entfiel. Vor allem die Vernichtung der gesamten Ernte sowie die weit
gehende Zerstörung der Infrastruktur warf das Land in seiner wirtschaftlichen
Entwicklung um Jahre zurück. Insgesamt fanden über 9000 Menschen den Tod; rund 2,5 Millionen
Menschen waren von den Auswirkungen des Sturms betroffen.
Tornados
Das
sind Wirbelwinde mit selten mehr als 500 m
Durchmesser. Sie sind wesentlich kleiner als Hurrikans sind, aber ihre
zerstörerische Kraft ist besonders durch die viel höhere Windgeschwindigkeit
(zwischen 270 und 360, manchmal bis zu 500 km/h) wesentlich größer. Sie
hinterlassen oft ein schmales Band völliger Verwüstung. Sie legen bis zu 500 km
zurück, bis ihre Kraft nachlässt.
Ähnlich
wie beim Hurrikan drehen sich beim Tornado Luftmassen um ein Zentrum äußerst
niedrigen Drucks. Wenn ein Tornado über ein bebautes Gebiet hinwegzieht, verursacht
der gewaltige Luftdruckunterschied zwischen den Normaldrücken im Hausinnern und dem extremen Tiefdruck des Sturms
ein Auseinanderbrechen der Gebäude. Die
Aufwinde im Innern des Tornados sind oft so stark, dass
sie Vieh und Menschen aufheben und wegtragen können. Typisches Kennzeichen der
Tornados ist eine trichterförmige, oft bis zum Boden reichende Schlauchwolke,
die aus Cumuluswolken heraushängt. Häufig werden
Tornados auch von heftigen Gewittern begleitet.
Mit Abstand am häufigsten und stärksten kommen Tornados im
nordamerikanischen Mittelwesten, in den Great
Plains, vor. Sie treten zu allen
Jahreszeiten auf mit Schwerpunkt von April bis September. Insgesamt werden in
den USA etwa 700 Tornados im Jahr
registriert. Die Entstehungsursachen der Tornados sind immer noch unbekannt.
Sie treten vorwiegend auf, wenn feuchtwarme Luftmassen aus dem Golf von Mexiko
nach Norden dringen und von trockenkalter Luft aus dem Norden überlagert werden. Das starke Abfallen der Temperatur
mit der Höhe bewirkt eine Instabilität in der Atmosphäre. Dann genügt schon ein
starker, mehrere Minuten anhaltender Aufwind, der durch Oberflächenerwärmung entstehen kann, um einen Tornado
auszulösen.
Zu den Wirbelstürmen
mit den verheerendsten Folgen zählen z.B.:
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19.11.1977
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Wirbelsturm und
Sturmflut
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Südost-Indien
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50 000 Tote, 3 Mio. Obdachlose
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September 1988
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Hurrikan "Gilbert"
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Jamaika und Mexiko
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rund 500 Tote, über 200 000 Obdachlose
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April/Mai 1991
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Wirbelsturm und
Sturmflut
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Bangladesch
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über 200 000 Tote, rund 9 Mio. Obdachlose
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August/September 1992
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Hurrikan "Andrew"
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Florida, Texas (USA)
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14 Tote, Schäden
von rund 30 Mrd. US-$, rund 50000 Obdachlose
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November 1995
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Taifun
"Angela"
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Philippinen
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über 600 Tote, 600 000 Obdachlose, 50 Mio. Euro Sachschaden
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November 1997
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Taifun "Linda"
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Vietnam
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rund 200 Tote, 100 000 Obdachlose
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Oktober/November 1998
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Hurrikan "Mitch"
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Mittelamerika
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über 9000 Tote, verheerende Schäden
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Oktober 1999
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Zyklon
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Indien (Orissa)
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10 000 Tote, 1,5 Mio. Obdachlose
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Juni 2001
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Tropensturm "AIlison"
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Süden der USA
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über 40 Tote, teuerster Tropensturm
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September
2003
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Taifun "Meami"
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Südkorea
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über 100 Tote, Schäden in Milliardenhöhe
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September 2004
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Tropensturm "Jeanne"
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Haiti
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1600 Tote, Schäden in Milliardenhöhe
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(Stand: Ende
2004) siehe
auch: Ein
Derecho in Deutschland
Der
Hurrikan "Wilma", Okt.2005
Der
Sturm "Kyrill", Jan. 2007
Seite
erstellt: 20.07.05
geändert: 25.03.07