"Rekorde"
Die einsamste
Insel - Tristan da Cunha
Welche ist die einsamste Insel der Welt?
Einer der ersten Kandidaten für diese
Auszeichnung dürfte Tristan da Cunha sein. Der Nabel der Welt ist dieses Eiland
wahrhaftig nicht: Tristan da Cunha ist eine Gruppe von 5 Inseln im Süd-Atlantik,
eigentlich genau zwischen Südamerika und Afrika. Die Namen der Inseln lauten:
Tristan, Inaccessible, Nightingale, Middle and Stoltenhoff.
Die Inselgruppe ist Teil der britischen Kronkolonie St. Helena.
Geologisch betrachtet ist Tristan eine Vulkansinsel. Der höchste Gipfel auf dem
Eiland ist stattliche 2062 m hoch. Im Winter liegt sogar Schnee auf dem Gipfel.
Wer die Ruhe und viel Regen schätzt, sollte den Inseln einmal einen Besuch
abstatten. Denn auf 104 Quadratkilometern leben nur etwa 300 Menschen, die
meisten von ihnen im Hauptort Edinburgh auf Tristan. Die kleineren Inseln sind
sogar völlig unbewohnt.
Ein portugiesischer Admiral namens Tristao de Cunha hat dieser
Insel seinen Namen geliehen. Trotz ihrer geringen Größe ist die Insel von
enormer strategischer Bedeutung: Von Anfang an wurde Tristan da Cunha von der
Marine geprägt und zur Zeit Napoleons Gefangenschaft auf St. Helena (1816)
zählte sie zu den wichtigen überseeischen britischen Garnisonen. Als erster
mutiger Siedler auf der Insel ging William Glass in die Geschichte ein, ein
ehemaliger Garnisonssoldat. Erst danach begann die spärliche Kolonisation der
Insel. 1826 lebten gerade mal 14 ehemalige Matrosen auf Tristan da Cunha.
Anfang der 1960er Jahre brach der Vulkan auf der Insel aus,
außerdem kam es zu Erdbeben, sodass ein Teil der Bevölkerung zeitweise auf die
Insel Nightingale ausweichen musste. Seitdem hat sich die kleine Insel
entwickelt: Auf Tristan gibt es eine Schule, ein Krankenhaus, ein Postamt, eine
Dorfhalle, ein Café und Pub und sogar einen Swimmingpool. Die einzige Industrie
in dem Ort ist eine Fischfabrik. Indem die Tristaner Fisch und eigene
Briefmarken verkaufen, können sie sich selbst finanzieren.