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Heilkräuter

 

Pfefferminze

Herkunft und Verbreitung
Die Echte Kamille (Chamomilla recutita L.) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler / Lippenblütengewächse. Von Mai bis August ist sie blühend anzutreffen. Ihre Heimat sind das Mittelmeergebiet und der Orient. Heute findet man sie in ganz Europa und Nordasien. Beliebte Standorte sind Schuttplätze, Wegränder, Äcker, Gräben und Hänge.

Anbau:
Pfefferminze liebt einen leichten, humusreichen, sonnigen und nicht zu trockenen Standort, wächst aber auch gut im Halbschatten. Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Ende Mai im Gewächshaus. Der Samen darf nicht mit Erde abgedeckt werden, da Pfefferminze ein Lichtkeimer ist. Die Keimzeit beträgt 10 - 21 Tage.
Gepflanzt wird ab Mitte Mai im Abstand von 30x30 cm im Freiland. Da Pfefferminze mehrjährig ist, ist eine Ernte über Jahre möglich. Sie muß jedoch vor starken Frösten geschützt werden, am besten durch Anhäufeln von Erde. Durch Teilung der Wurzelstöcke wird die Pfefferminze alle 3 - 4 Jahre erneuert. Die etwa 80 cm hohe Pflanze aus der Familie der Lippenblütengewächse hat wenig verzweigte Stengel und gegenständige, elliptische, gezahnte Blätter. Die Zuchtform aus verschiedenen Minzarten bildet im Sommer blaßviolette, ährenförmig angeordnete Blüten und kommt nahezu nur kultiviert vor.
Geerntet wird, sobald sich die Blütenknospen zeigen, am besten zur Mittagszeit bei Sonnenschein, dann ist der Anteil an ätherischen Ölen in den Blättern am höchsten.

Verwechslungen
mit anderen Kamillearten, besonders mit der Hundskamille (Matricaria perforata merat), kommen vor. Die Beschaffenheit des Blütenbodens kann als Unterscheidungsmerkmal herangezogen werden. Während der kegelförmige Blütenboden der Echten Kamille innen hohl ist, besitzt der fast flache Blütenboden der Hundskamille eine markige Füllung. Außerdem sind die Blütenköpfe der Hundskamille größer und verbreiten einen leicht unangenehmen Geruch.

Als Heilmittel werden die Blätter der Pflanze verwendet.
Konservierung: Verwendet werden die frischen Blätter. Sie lassen sich aber auch gut trocknen oder einfrieren. Die Aromaübertragung beim Einlegen in Essig ist sehr gut.

Sammlung
Das Kraut wird vor der Blüte geschnitten und bei ca. 40 bis 45° C getrocknet, die gröberen Stängelteile werden entfernt.

Inhaltsstoffe
ätherisches Öl (Menthol u.v.a.), Gerbstoffe, Flavonoide.

Wirkung und Verwendung (Volksheilkunde)
Als Tee eingenommen, wirkt Pfefferminze anregend auf den Stoffwechsel mit gleichzeitiger Krampflösung und Durchwärmung des Verdauungstraktes. Sie ist nervenstärkend und hilft bei Gallenkoliken wie auch ie Übelkeit oder Brechreiz.

Volksmedizinisch
wird Pfefferminzöl auch äußerlich bei Schmerzen der Muskulatur, Neuralgien und bei Kopfschmerzen angewandt. Säuglinge und Kleinkinder sollten nicht mit Pfefferminzöl behandelt werden, der Tee hingegen schadet nicht, sofern man ihn nicht dauerhaft gebraucht.


Verwendung in der Kosmetik
Auch in der Bio-Kosmetik findet man die Pfefferminze.
Als Kräuterzusatz bei
Dampfbädern und Kompressen ist sie gut gegen fettige und unreine Haut. Aus 8 Eßlöffeln starkem Pfefferminztee und 4 Eßlöffeln Hamameliswasser (Hamamelis = Zaubernuß) lässt sich gut ein Gesichtswasser herstellen. Beides gibt man in eine dunkle Flasche, schüttelt diese gut und bewahrt sie an einem kühlen Ort auf.
Erfrischend ist ein
Pfefferminzbad. Hierzu nimmt man 3 Handvoll Pfefferminze und 2 Handvoll Rosmarin, füllt beides in einen Nylonstrumpf, legt diesen ins Badewasser und gibt 1/4 Liter Zitronensaft hinzu. Besonders gut ist das Bad gegen fettige und unreine Haut. Nach dem Bad pflegt man die Haut mit Pfefferminzöl. Zur Herstellung wird eine Handvoll Pfefferminze mit 1/2 Liter Olivenöl übergossen und in einem geschlossenen Gefäß 1 Woche an einen warmen, sonnigen Platz gestellt. Danach wird filtriert; die Pflanzenreste drückt man gut aus. Das Öl wird in eine dunkle Flasche gefüllt und kühl aufbewahrt. Pfefferminzhaarwasser ist gut gegen fettige Haare und Schuppen. Zur Herstellung wird eine Handvoll Pfefferminze, 1/8 Liter Obstessig und 1/4 Liter destilliertes Wasser 10 Minuten gekocht. Nach dem Abkühlen wird das Haarwasser filtriert. Hiermit wird die Kopfhaut täglich massiert. Pfefferminzhaarwasser eignet sich nicht für blondes Haar.

Pfefferminze - die Arzneipflanze des Jahres 2004

Als Tee kennt sie jeder. In Dragees und Kapseln helfen ihre Blätterextrakte bei Blähungen und wirken krampflösend und galletreibend, vermutlich auch antibakteriell, antiviral und beruhigend. Deshalb wurde die Pfefferminze [Mentha piperita) jetzt vom Institut für Geschichte der Medizin an der Uni Würzburg zur
 Azneipflanze 2004 gewählt. Ihr ätherisches Öl, das unter anderem Menthol enthält, wird auch bei Beschwerden des Reizdarm-Syndroms eingesetzt, das mit Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen und Verdauungsstörungen verbunden ist. Äußerlich angewendet lindert es Spannungskopfschmerzen.