Zur Orientierung: 
 
Home>
 
HeilkräuterAuswahl>Fingerhut

 

Heilkräuter

 

Der Fingerhut

Der Fingerhut ist eine kurzlebige Staude, die zweijährig gezogen wird. Sie bildet große Rosetten aus filziggrauen, großen zugespitzten Blättern. Im zweiten Jahr entwickelt sich der ca. 1-1,5m lange Blütenstiel mit einer Ähre aus purpurfarbenen röhrenförmigen Blüten. Die Innenseite der Blüten ist weißschwarz getupft.
Die Pflanze gedeiht in hellem Licht wie im Schatten. Sie benötigt nährstoffreiche durchlässige leicht feuchte Erde. Die Vermehrung erfolgt durch Selbstaussaat.
Der Rote Fingerhut gehört zu der Pflanzenfamilie der Rachenblütler und ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze. In Deutschland findet man sie in den Wäldern der Mittelgebirge, vor allem auf Kahlschlägen. Im ersten Vegetationsjahr bildet sich eine Blattrosette, aus der im zweiten Vegetationsjahr ein 1 - 2 Meter hoher, unverzweigter, mit einer Traube roter Rachenblüten besetzter Stengel herauswächst. Vom Fingerhut gibt es zahlreiche Gartenformen mit weißen oder rosafarbenen Blüten, deren Wirkstoffgehalt aber wesentlich geringer ist als derjenige der Wildform.
Die Kultivierung von Rotem Fingerhut mit hohem Wirkstoffgehalt ist schwierig und setzt bestimmte Bodenverhältnisse voraus, sodass man z.T. noch auf das Sammeln von wildwachsenden Pflanzen angewiesen ist.
Die Pflanze ist hochgradig
giftig, bereits der Verzehr von 2-3 Fingerhutblättern kann tödlich enden.
Zur arzneilichen Verwendung gelangen die Blätter der einjährigen Pflanze, weil ihre Ernte einfacher ist als die des blühenden Fingerhutes.
Sie enthalten als das Hauptglykosid, das Digitoxin. Das Digitoxin, über das man heute als isolierte Reinsubstanz verfügt und daher exakt dosieren kann, besteht wie alle Glykoside aus einem Zuckeranteil und einem sogenannten Genin, welche von ihrem Aufbau her große Ähnlichkeit mit unseren Gallensäuren, Keimdrüsen- und Nebennierenrindenhormonen sowie dem Cholesterin und dem Vitamin D hat. Diese chemische Verwandtschaft der Herzglykoside mit tierischen und damit auch menschlichen Substanzen gibt lt. WEIß (1985) "... wahrscheinlich die Richtung zur Erklärung der eigenartigen und dem Krankheitszustand in so weitgehend vollkommener Weise angepassten Wirkungsart der Digitalis-Stoffe."
Alle Herzglykoside wirken grundsätzlich in der gleichen Art: Sie erhöhen die Kontraktionskraft der Herzmuskelzelle und steigern dadurch den Wirkungsgrad des Herzens, gleichzeitig wird die Herzfrequenz gesenkt.
Die Wirksamkeit und auch die mögliche Toxizität von Herzglykosiden sind abhängig von der individuellen Dosis. So können z.B. Fieber oder eine Schilddrüsenüberfunktion eine erhöhte, eine Herzmuskelentzündung oder ein Kaliummangel dagegen eine herabgesetzte Dosierung erforderlich machen. Mit anderen Worten, die Patienten, die Digitalis verordnet bekommen, bedürfen der ambulanten Beobachtung durch den Arzt, um unerwünschte Nebenwirkungen dieses Forte-Phytotherapeutikums zu verhindern.
Während Digitalis bei einem schwachen Altersherzen segensreich wirken kann, ist man selbst in ärztlichen Kreisen der Ansicht, dass auf Grund häufig auftretender unangenehmer Nebenwirkungen die Verschreibung von Herzglykosiden gezielter vorgenommen werden sollte und bei leichteren Herzbeschwerden auf andere Phytopräparate wie z.B. Therapeutika aus dem Weißdorn zurückgegriffen werden sollte, die nach der mir vorliegenden Literatur ohne Nebenwirkungen sind
.