Festtage - Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt
Dieses
Fest wird 40 Tage nach dem Ostersonntag, also immer an einem Donnerstag,
begangen. Diese 40 Tage gehen zurück auf das Zeugnis des Lukas: "Den Aposteln erwies er sich nach
seinem Leiden auch durch viele Beweise als lebendig, indem er ihnen während
vierzig Tagen erschien und über das Reich Gottes redete." (Apostelgeschichte 1,
3).
Sowohl das Lukas-Evangelium als auch die Apostelgeschichte berichtet, wie
Jesus, nachdem er am Ostertag von den Toten auferstanden war und immer wieder
mit seinen Jüngern gesprochen hatte, vor ihren Augen emporgehoben, von einer
Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wurde (Lukasevangelium 24, 51;
Apostelgeschichte 1, 9). Himmelfahrt meint jenseits aller naiv-gegenständlichen
Vorstellungen den endgültigen Eintritt der menschlichen Natur Jesu in die
göttliche Herrlichkeit.
Das Gedächtnis der Erhöhung Christi war zunächst eng mit der Osterfeier
verbunden. Die Osterzeit wurde nach 50 Tagen an Pfingsten festlich abgeschlossen, dabei beging man
zunächst Himmelfahrt und Pfingsten zusammen.
Die Trennung Ostern - Himmelfahrt
war wohl in der Folge des 1. Konzils von Nicäa.
Dieses erste ökumenische Konzil der christlichen Kirche wurde 325 abgehalten und
von dem römischen Kaiser Konstantin I. einberufen -
zwölf Jahre nachdem er im Römischen Reich das Christentum zugelassen hatte. Das
Konzil sollte die
In der Görlitzer
Peterskirche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Arianismus
um die Wesensart Jesu
Christi beilegen. (Arianismus war eine frühe christliche Lehre aus dem 4. Jahrhundert, benannt nach
dem Priester Arius. Nach arianischer Lehre ist Jesus Christus nicht wesensgleich
mit Gott, aber dessen vornehmstes Geschöpf.)
318 der insgesamt 1800 Bischöfe des Römischen Reiches nahmen
an dem Konzil teil. Die Kirche übernahm als offizielle Position das Nicänische Glaubensbekenntnis, das
Christus als wesensgleich mit Gott definierte. (Das bei uns gebräuchliche und verbreitete „Apostolische Glaubensbekenntnis"
war ursprünglich das römische Taufbekenntnis und wird nur in der westlichen
Kirche gebraucht. Das Bekenntnis der Konzilien von Nicäa (325) und Konstantinopel
(381) wird dagegen auch von den orthodoxen Kirchen anerkannt und ist damit das
Bekenntnis, das die Christenheit eint.)
Das Konzil legte weiterhin fest,
dass das Osterfest am Sonntag nach dem jüdischen Passahfest gefeiert werden
sollte. Sosetzte sich um 370 der Brauch durch, entsprechend der Chronologie des Lukas den
40. Tag nach Ostern als
eigenständiges Fest zu begehen, wodurch zur 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern
eine gewisse Entsprechung hergestellt wurde.
Traditionell sind die drei Tage zuvor, Montag, Dienstag und Mittwoch vor
Christi Himmelfahrt, in der katholischen Kirche "Bitttage", im 4.
Jahrhundert erstmals in der römischen Kirche eingeführt, um 469 durch Bischof Mamertus in Vienne erstmals in Gallien,
511 bereits in ganz Gallien begangen.
Um 600 hat sich Papst Gregor, der Große, um die
Ausgestaltung von Prozessionen bemüht, die stets mit einer Messfeier in der
Peterskirche in Rom endeten und erst 1969 abgeschafft wurden. Um 800 wurden von
Papst Leo III. am Montag, Dienstag
und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt die Bittprozessionen in Rom
eingeführt. An diesen drei Tagen vor Christi Himmelfahrt wurde in langen
Bittprozessionen von Ort zu Ort für eine gute Ernte gebetet. Erhalten haben sich
an manchen katholischen Orten bis heute kleinere Flurprozessionen; dabei gehen
die Gläubigen und der Priester mit einen voran getragenen Kreuz durch die Felder
und beten Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen, um von der Ernte alles
Schädliche - wie lange Nässe oder Dürre - abzuhalten. Der Tag endet dann mit
Speis und Trank, auch Tanz, Musik, Wettkämpfe und Geschicklichkeitsspiele
bereicherten traditionell die Prozession.
Im
Mittelalter verdeutlichte man die Himmelfahrt ganz realistisch: In der
Kirche wurde eine Christusfigur in das Gewölbe hinaufgezogen, dann regnete es
aus dem Gewölbehimmel Blumen, Heiligenbildchen und zum Teil auch brennendes
Werg, das die Feuerzungen des heiligen Geistes darstellte. Manchmal war es
üblich, zusätzlich zur Himmelfahrt Christi das Gegenstück veranschaulichen: aus
dem Kirchengewölbe wurde eine Teufelsdarstellung gestürzt, die dann von der
Gemeinde geschlagen wurde; mit diesem Himmelsturz bzw.Höllensturz wurde die
Herrschaft des Bösen beendet, Christus konnte damit den ihm zustehenden
himmlischen Thron einnehmen.
Bis heute wird oft an diesem Tag die Osterkerze
ausgeblasen, die in der Osternacht entzündet und geweiht worden war, da Christus
nun nicht mehr leibhaftig unter den Jüngern ist. Üblicherweise wurde an Christi
Himmelfahrt nur Fleisch von Geflügel ("fliegendes Fleisch") gegessen.
In Deutschland wird in neuerer Zeit an Christi Himmelfahrt der
"Vatertag" lautstark
und bierselig gefeiert. Dieser Volksbrauch hat aber
seine Wurzeln auch in dem christlichen Feiertag: Seit alters her waren an
Himmelfahrtstag Flurumgänge und -umritte üblich.
Strittig ist die Begründung
dieses Brauches: Die einen sehen als Wurzel einen germanischen Rechtsbrauch,
wonach der Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um
den Besitzanspruch aufrechtzuerhalten. Andere verweisen auf die Imitation des
Gangs der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung (Matthäusevangelium
28, 16 - 17), der sogenannten "Apostelprozession".
Eine weitere Erklärung ist
die Erinnerung an die vom Papst Leo
III. eingerichteten Bittprozessionen. Schon im Mittelalter waren diese
Umgänge mancherorts zu Touren verkommen, bei denen der Alkohol eine erheblich
größere Rolle spielte als das Weihwasser. Daraus entwickelten sich dann im 19.
Jahrhundert "Herrenpartien" oder "Schinkentouren", die – nach Einführung des "Muttertages" 1907 bzw. 1914,
gefeiert jeweils am 2. Sonntag im Mai - zum Gegenstück, dem
"Vatertag" wurden, der in den USA seit 1916 begangen wird. Hervorgegangen
aus den Maifeiern der Burschenvereinen wandern oder
fahren an diesem Tag traditionsgemäß Gruppen von jungen
Männern oder Väter ins Blaue, um diesen Tag mit (z.T. viel) Alkohol
zu begehen.
Ein äußerst seltenes
Ereignis:
Wann fallen Himmelfahrt
und 1. Mai auf einen Tag ?
aus:
"Freie Presse" vom
20.04.2007:
"Ein Satz vorab zur
Erklärung : Christi Himmelfahrt bezeichnet nach dem christlichen Glauben die
Rückkehr des Jesus von Nazareth als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel
und ist zugleich ein christliches Hochfest.
Christi Himmelfahrt wird
am 39. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert und fällt deshalb immer auf einen
Donnerstag. Ostern gehört zu den beweglichen Festen, deren Datum jedes Jahr
anders ist.
Alle beweglichen
christlichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet.
Der früheste Termin für
Christi Himmelfahrt ist demnach der 30. April, der späteste Termin der 3. Juni.
Im Jahre 2008 fiel
Christi Himmelfahrt mit dem "Tag der Arbeit" am 1.Mai zusammen. Diese Konstellation tritt
wirklich nur sehr selten ein, letztmalig passierte dies im Jahr 1913.
Nach 2008 werden beide
Feiertage erst wieder 2160 auf einen Tag fallen." Bild:
©
Monika Frunzke