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Deutschland - Freizeit
Die Insel Usedom

  
Usedom               

Hier findet man " Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne", teilte Theodor Fontane 1863 begeistert seiner Frau Emilie mit.
Usedom ist eine
Ostsee-Insel im Stettiner Haff (Oderhaff), sie liegt zwischen der Peene und Swine, also im Nordosten der BRD, sie gehört zu in Mecklenburg-Vorpommern. Der kleinere Ostteil der Insel (mit Swinemünde) untersteht Polen; dieser Teil der Insel umfasst insgesamt 445 qkm.
Die Außenküste ist fast geradlinig und flach und wird streckenweise durch bewaldete Steilküsten unterbrochen, dagegen ist die Binnenküste stark gegliedert (Achterwasser, Krumminer Wiek). Aber man findet hier auch 40 km Badestrand. Die bekanntesten Seebäder sind Ahlbeck, Bansin, Heringsdorf; Koserow und Zinnowitz
.
Das Usedomer Klima gilt wegen seiner salzhaltigen Seeluft, die sich mit den ätherischen Ölen der vielen Kiefernwälder im Hinterland mischt, als äußerst gesund.
Die gesamte Insel ist mit ihren Wasserflächen ein 472 qkm großer Naturpark. Im Gegensatz zum lang gezogenen Küstenstreifen ist die dem Festland zugewandte Seite von Schilf gesäumten Buchten - wie dem großen Achterwasser - gesäumt. Die 22 ausgewiesenen Naturschutzgebiete liegen über den relativ ebenen Nordteil und den hügeligeren Südteil der Insel verteilt, darunter das 14 m tiefe Mümmelkenmoor bei Bansin und der stille Gothensee, der als Lebensraum seltener Tagfalter und scheuer Fischotter bekannt wurde.

Bereits in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jh.erlebte die Insel ihr goldenes Zeitalter. Die Insel Usedom ist mit 1906 Stunden im Jahr die sonnenreichste Region Deutschlands. Neben Sonne, Meer und feinsandigem Strand hat die Insel noch vieles mehr zu bieten. Dünen, Wälder, Seen, Moore, weite Wiesen und Felder, seltene Pflanzen und Tiere, verschiedene Küstenformen ebenso wie wunderschöne Bäderarchitektur, Seebrücken und Promenaden und vieles mehr... Die Besonderheit der Insel Usedom liegt in ihrer landschaftlichen Vielfalt und im Übergang von Salz- und Süßwasser zwischen Ostsee und Peenestrom. Als die ersten Usedomer Seebäder ihren Betrieb aufnahmen, sprach sich das schnell im nicht allzu fernen Berlin herum. Nicht nur Kaiser Wilhelm II., auch die Hochfinanz aus dem Grunewald, das Hofbeamtentum aus Charlottenburg und die Kleinbürger aus Wilmersdorf fanden es schick, hier zu promenieren - und binnen kürzester Frist war Usedom die 'Badewanne von Berlin'. Heute erreichen Bahnreisende die Insel über den Bahnhof Züssow. Mit den neuen Zügen der Usedomer Bäderbahn geht es von dort über die Wolgaster Brücke bis nach Ahlbeck und zur polnischen Grenze.
Eine Usedomer Besonderheit und beliebter Treffpunkt an lauen Sommerabenden sind die weit ins Meer reichenden Seebrücken, z. B. in Zinnowitz, Koserow und Bansin. Auch die einst abgebrannte, 500 m lange Seebrücke von Heringsdorf wurde als längste in ganz Kontinentaleuropa wieder aufgebaut.

Koserow
Am Ortseingang von Koserow stehen in den Dünen, zwischen Strand und Wald, noch einige reetgedeckte Salzhütten, die früher als Lager für steuerfreies, vom Staat geliefertes Salz dienten. Mit dem Einlegen der Fische in Salzlake hatte die arme Bevölkerung dadurch wenigstens eine karge Verdienstquelle. Mehr dazu erfährt man in einem Mini-Museum - und im Restaurant in einer der Salzhütten ist leckerer Fisch zu bekommen.
Aber auch heut übt dieser Badeort auf seine Besucher einen besonderen Reiz aus, so ist er auch für meinen Sohn und seine Familie zum Usedomer Lieblingsort geworden.



 

Nur wenige Kilometer weiter führt ein Waldweg bergan auf den Streckelsberg mit stolzen 56 m Höhe. Imposant ist die Kliffranddüne, eine eiszeitliche Endmoräne.

Bansin
Dieses Seebad ist das nördlichste und jüngste der bekannten 'Kaiserlichen Drei'  Bansin - Heringsdorf - Ahlbeck, die alle durch eine lange Promenade miteinander verbunden sind. Traumhafte Badebedingungen bietet der 40 km lange Sandstrand an der Oderbucht zwischen Peenemünde und Ahlbeck. Von den alten Tage künden Bäderarchitektur, schöne Läden und Pensionen. Auf Anfrage kann man sich durch das Atelierhaus des Bansiner Malers Rolf Werner führen lassen und dabei eine zauberhafte Welt der Zirkus-, Rummelplatz- und Landschaftsbilder entdecken. Im Tropenhaus hingegen lockt eine bunte Fülle exotischer Tiere und Pflanzen. Nach Besichtigung der Krokodile ist Erholung im Tropenbistro 'Schlangennest' angesagt. Lohnend ist ist für viele auch der Besuch des Naturlehrpfads Mümmelkensee im Norden.

Heringsdorf

Zum nostalgischen Erlebnis wird der Besuch der Prachtbauten von Heringsdorf, dem vornehmsten Ort im Bäder-Trio. Hier ließ Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. z.B. die neugotische Backsteinkirche auf dem Kulmhügel vom Berliner Architekten Ludwig Persius errichten. Etwa auf gleicher Höhe thront das (heutige) Hotel Weißes Schloss, das Georg von Bülow 1824 als Gästehaus bauen ließ und mit dem die Geschichte des Seebads eigentlich begann. Später war es das erste Ferienheim der Hohenzollern. Ab dann boomte Heringsdorf, entstanden Sommervillen und Paläste für die feine Berliner Gesellschaft. Allerorten gibt es noch heute Wintergärten, Veranden, Giebel, Erker, Putten...
Unbedingt besuchen sollte man die Villa Irmgard (Maxim-Gorki-Str., wo allerlei über prominente Sommergäste wie Heinrich Mann, Theodor Fontane, Heinrich Heine und Johann Strauß zu erfahren ist, besonders aber über den lungenkranken russischen Dichter Maxim Gorki, der 1922 während eines Kuraufenthaltes in diesem Haus wohnte. Und dann natürlich geht es auf die neue Seebrücke, die längste der Ostseeküste, mit Läden, Wohnungen und Restaurants! Das Muschelmuseum zeigt die schillerndsten Kalkschönheiten aus aller Welt.

Ahlbeck

Das populärste und mit 4500 Einwohnern größte Usedomer Seebad ist Ahlbeck. Als es hier ab 1852 mit dem Fremdenverkehr so richtig losging, schossen die prächtigen klassizistischen und neugotischen Logiervillen im Stil der norddeutschen Bäderarchitektur wie Pilze aus dem Boden. Noch immer machen sie den Charme des Stadtbildes aus. Die kleine Ausstellung in der Ahlbecker Heimatstube zeichnet in den Räumen eines typischen Fischerhauses die Entwicklung vom kleinen Fischerdorf um 1700 bis zum feudalen Seebad. Größte Ahlbecker Attraktion ist die Seebrücke mit dem türmchenbekrönten Pavillon (1898).
Gleich hinter Ahlbeck kann man den Grenzübergang nach Swinoujscie/Swinemünde zum polnischen Teil von Usedom passieren (nur Fußgänger und Radfahrer mit Reisepass). Das ist nicht nur ein
See- und Solbad, sondern der Vorhafen von Stettin und liegt an der Swinemündung.

Der Weg in den Süden der Insel führt über Lüttenort an der schmalsten Stelle Usedoms zwischen Achterwasser und Oderbucht. Hier kann man das Domizil und den stimmungsvollen Garten des Landschaftsmalers Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) besuchen. Er gehörte zum Künstlerkreis von Ascona, bevor er sich 1933 hier niederließ. Das Otto-Niemeyer-Holstein-Gedenkatelier ist mit Gemälden, Aquarellen und Grafiken des Tessin und der vorpommerschen Boddenküste bestückt.

                                                                                                                                                                                                                      Bilder: © Jürgen Frunzke
                                                                

 

 

 

 





 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                              

 

 

 

 

 

 


 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
  

 

 

 

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