Deutschland - Freizeit
Schirgiswalde
(Oberlausitz) - Staatlich anerkannter Erholungsort
Schirgiswalde liegt
in einem schönen Tal am Oberlauf der Spree und zieht sich
hinauf auf die bewaldeten Höhen des Hohbergs (418 m) und
des Kälbersteingebietes. Direkt um den Ort sind Wege für
Wanderer ausgebaut.
Der Große Rundweg führt etwa 13 Kilometer rund
um Schirgiswalde. Vom 6,5 Kilometer langen Panoramaweg
bieten sich die schönsten Ausblicke auf den Ort und
auf das Bergland.
Der Böhmische-Wenzel-Weg ist
nach dem Räuberhauptmann Wenzel Kummer benannt, der sich
während seiner Raubzüge gern in der Böhmischen Enklave Schirgiswalde
aufhielt.
In Schirgiswalde und seiner Umgebung kommen
auch Radwanderer auf ihre Kosten. Ein gut ausgebautes Streckennnetz
für Radfahrer (hier führt der Spree-Radweg
vorbei!) lädt ein, das Oberlausitzer Bergiland auf dem Drahtesel
zu erkunden.
Schirgiswalde hat
zweifellos eine interessante geschichtliche Vergangenheit aufzuweisen.
Vermutlich im 13. Jh. wurde das Gebiet von fränkischen Kolonisatoren
besiedelt. 1346 wird Schirgiswalde erstmals urkundlich erwähnt. Die
Siedlung entstand zunächst entlang eines zur Spree fließenden Baches. Im
Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort weitgehend zerstört und entvölkert. Um den
Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung zu fördern, erreichte der
damalige Grundherr 1665 die Erhebung von Schirgiswalde zur Stadt. Bedeutsam für die weitere
Entwicklung war vor allem, dass Schirgiswalde 1635 nicht wie die ganze
Oberlausitz sächsisch wurde, sondern als Enklave bei Böhmen verblieb. .
Danach folgte ein Zustand der Staatenlosigkeit. Nachdem
die Übernahme durch Sachsen 1809 versäumt wurde und Böhmen
sich auch nicht mehr zuständig fühlte, ermächtigten sich
die Schirgiswalder eine „Freie Republik" auszurufen.
Sie gründeten einen Stadtstaat, der 36 Jahre Bestand hatte,
bevor die Übernahme durch Sachsen 1845 doch noch erfolgte.
Für Schirgiswalde gingen damit die wirtschaftlich
recht einträglichen Jahre der "Freien Republik", aber auch die jahrhundertelange
Zugehörigkeit zu Böhmen zu Ende. Spuren dieser böhmischen Vergangenheit sind in
diesem Städtchen bis heute sichtbar.
Um
die enge Bindung an Böhmen wie in vergangenen Zeiten wieder
aufleben zu lassen, ist Schirgiswalde im Jahr 2003 der „Tollensteiner
Herrschaft" beigetreten, einem grenzübergreifenden
Projekt mit den tschechischen Nachbargemeinden, dessen Hauptbestandteil
ein Wanderspiel bildet. In diesem Wanderspiel kann man
einen Pass und eine Wanderkarte erstehen, auf der verschiedene
Wanderziele gekennzeichnet sind.