Deutschland - Freizeit
Dresden / Landeshauptstadt
Sachsens
Dresden - Elbflorenz in Sachsen
Die Lage Dresdens im weiten, von Hügeln gerahmten Tal der Elbe,
die im Stadtgebiet drei Bogen beschreibt, ist von einzigartiger Schönheit. Sechs
Brücken verbinden die beiden Elbufer im Stadtgebiet. Die bekannteste dieser
Brücken ist wohl das Blaue Wunder.
Dresden, die Landeshauptstadt und zugleich größte Stadt
Sachsens, beherbergt auf einer Fläche von 237 km² 459000 Einwohner. Dresden
liegt in einer fruchtbaren, von der Elbe
durchflossenen Senke, und der Fluss spielt auch heute noch als Verkehrsträger eine Rolle.

Wichtiger für die überregionale Verkehrsanbindung sind allerdings die
A4 und die im
Nordwesten verlaufende 14 und der Flughafen Dresden-Klotzsche.
Dresden ist katholischer Bischofssitz; hier
gibt es die Technische
Universität, Hochschulen für Technik und Wirtschaft, für bildende Künste und für
Musik, Forschungsinstitute, Bibliotheken und Archive; Museen (u. a. Grünes
Gewölbe, Gemäldegalerien Alte und Neue Meister); mehrere Theater, Oper,
Operettenhaus. Dresden gilt durch seine prachtvollen Bauwerke aus Barock und
Rokoko als eine der schönsten Städte Europas. Das Elbtal in Dresden wurde 2004
zum Weltkulturerbe erklärt.
Einige
Sehenswürdigkeiten sind z.B.:
Zwinger
Wohl berühmtestes Baudenkmal Dresdens ist sein Zwinger.
Ursprünglich war er der Festspielplatz des Hofes. Der Hofbaumeister Matthäus
Daniel Pöppelmann und der Bildhauer Balthasar Permoser schufen hier einen einmaligen "Festsaal im Freien". 36
Achsen zählt allein die Langgalerie an der Südseite, an der West- und Ostseite
befinden sich spiegelbildlich vier Pavillions. Das Kronentor, durch das man die
Anlage am besten betritt, zeigt die von vier Adlern getragene polnische
Königskrone als Symbol für die Machtfülle des Herrscherhauses Augusts des
Starken.
Im Nymphenbad hinter der westlichen Galerie gelang B. Permoser
mit seinen mythologischen Frauengestalten ein Barockkunstwerk von außergewöhnlichem Rang. Die nach dem
Krieg restaurierten Pavillons und Galerien bergen zahlreiche Kunstschätze. In
der Langgalerie befindet sich eine berühmte Porzellansammlung, die frühe
chinesische Keramik und chinesisches Porzellan enthält. Sie gilt als zweitgrößte
der Welt. Im Mathematisch-Physikalischen Salon, der im südwestlichen Eckpavillon
eingerichtet worden ist, kann man naturwissenschaftliche Instrumente
des 13. bis 19. Jh. besichtigen.
An der Elbseite des Zwingers sollte ursprünglich ein
repräsentativer Schlossflügel entstehen. Stattdessen schloss Gottfried Semper
die Lücke bis 1854 mit einem im Stil der italienischen Hochrenaissance
gehaltenen Galeriebau. Dieser Teil beherbergt die Gemäldegalerie Alter Meister,
eine bedeutende Sammlung, die Meisterwerke der europäischen Malerei des 15. bis
18. Jahrhunderts umfasst. Ein besonderer Anziehungspunkt ist hier natürlich
Raffaels "Sixtinische Madonna".
Semperoper
Gegen die Elbe hin begrenzt die berühmte Semperoper den
Theaterplatz. Sie war ab 1871 an Stelle des ebenfalls von Semper errichteten,
aber abgebrannten Hoftheaters errichtet worden. Hier hatte Richard Wagner mit
den Uraufführungen von "Rienzi" (1842), dem "Fliegenden Holländer" (1843) und
dem "Tannhäuser" (1845) Erfolge gefeiert; vor ihm war Carl Maria von Weber als
Hofkapellmeister tätig. Insgesamt erlebte die Semperoper 51 Ur- und 120 deutsche
Erstaufführungen. Doch fiel auch das Opernhaus, bei dem Semper ähnlich wie bei
der Gemäldegalerie Bauformen der italienischen Hochrenaissance genutzt hatte,
dem Bombenangriff 1945 zum Opfer. 1985 konnte die Oper nach detailgenauer
Restaurierung mit der Aufführung der Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von
Weber feierlich wieder in Betrieb genommen werden.
Langer Gang
Das 102 m lange Mosaik-Bild an der Außenwand des Langen Ganges
zeigt die komplette Herrscherreihenfolge
der Wettiner Fürsten von 1123 bis 1904. 25 000 Meißner Kacheln wurden
zum größten Porzellanbild der Welt zusammengefügt.
Es ist nicht nur ein
Geschichtspanorama, das 800 Jahre sächsische Geschichte zeigt, es ist auch ein
Album der Mode und der Waffentechnik. Denn die dargestellten 93 Personen tragen
Kleidung und Waffen ihrer jeweiligen Zeit.
Es liegt zwischen Schloßplatz und
Hofkirche und dem Neumarkt mit der Frauenkirche.
Brühlsche Terrasse
Hier
finden wir auch die Augustusbrücke, die 1945 zerstört worden
war. Nach ihrem Aufbau hieß sie bis zur Wende Dimitroffbrücke
mit der begründenden Quasi-Legende, warum die
Brücke so heiße, dass man bei der Bauplanung beriet und auf dresdnerische Art
über die Sandsteine sagte: "Da nähm mor die mit ruff und die mit ruff" ("Da
nehmen wir die mit rauf."). Andere Legenden sagten, dass der sächsische König
August, wenn er in der Kutsche über die Brücke fuhr, beim Anblick schöner
Frauen immer rief: "die mit druff und die mit druff!" (siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/DDR-Sprache)
Östlich der
Augustusbrücke (dort stand die erste Elbbrücke
von 1275) schließt sich die einst nur "Balkon Europas" genannte Brühlsche
Terrasse an. Graf Brühl hatte hier seinen Lustgarten auf den Resten der um 1550
angelegten Wehranlagen eingerichtet. Von den einstigen "Brühlschen
Herrlichkeiten" ist nur noch der Delphinbrunnen in der Grünanlage erhalten. Er
wurde 1747 - 1749 von Pierre Coudray erbaut. Der Moritzbrunnen in der
Nordostecke entstand 1553 im Stil der Renaissance und ist Dresdens ältestes
Denkmal. Eine große, 1814 angelegte Freitreppe führt auf die rund 500 m breite
Terrasse, von der man eine herrliche Aussicht über die Elbauen zur Neustadt und
von dort zu den Loschwitzer Höhen hat.

Hofkirche
Die katholische Hofkirche plante schon August der Starke. Mit
dem Bau wurde jedoch erst 1738 unter der Leitung von Gaetano Chiaveri begonnen.
Fertig gestellt wurde der hochbarocke Bau mit ovalem Grundriss und reichem
plastischen Dekor 1755. Leider wurde auch diese Kirche bei dem Bombenangriff im
Jahre 1945 stark zerstört. Nach dem Krieg wurde sie restauriert. Von außen
interessant sind vor allem der 85 m hohe Turm und die 78 Statuen in den
Außennischen und auf den Balustraden. Im Inneren beeindrucken die prachtvoll
geschnitzte Kanzel (Permoser, 1722), das Altarbild "Christi Himmelfahrt" (Mengs,
1751) und die berühmte Silbermannorgel (1753). Sie war das schönste und letzte
Werk des Meisters.
Frauenkirche
Fast fünfzig Jahre ragte die Ruine der 1945 zerstörten
Frauenkirche am Neumarkt als Mahnmal gegen den Krieg auf. Mit ihrer berühmten,
95 m hohen Steinkuppel war die 1743 fertig gestellte Frauenkirche nicht nur
Wahrzeichen Dresdens, sondern auch der bedeutendste protestantische Kirchenbau
Deutschlands.
Dank privater Initiativen und Spendenmittel wurde die Kirche
jetzt originalgetreu wieder aufgebaut. Ein Drittel der aus den Trümmern
geborgenen, originalen Steine hat wieder seinen ursprünglichen Platz eingenommen.
Scherzhaft wird deshalb vom größten Puzzle der Welt
gesprochen.
Tipp: Mit dem Raddampfer auf der
Elbe
Am Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse hat die
älteste und größte Raddampferflotte der Welt ihren Liegeplatz. Vor einigen
Jahren wurden die Personen-Raddampfer originalgetreu restauriert.
Die Fahrt im Ambiente der Jahrhundertwende geht vorbei am Turm
der Hofkirche und an der Kunstakademie mit der Siegesgöttin Nike auf der
mächtigen Kuppel; dann ist das "Blaue Wunder" erreicht, eine 1893 dem Verkehr
übergebene Hängebrücke, die seinerzeit als technisches Meisterwerk Bewunderung
erregte. Das Zwiebelturmkirchlein "Maria am Wasser" kündet den ersten Höhepunkt
dieser Reise an: Pillnitz, die Sommerresidenz des sächsischen Königshauses mit
dem Berg- und dem Wasserpalais. Zum Elbfluss hinab schwingt sich eine Treppe, an
der einst die königlich-kursächsischen Prunkgondeln anlegten. Hat der Raddampfer
Pillnitz verlassen, grüßen hinter Pirna die bizarren Sandsteinfelsen des
Elbsandsteingebirges. Als Juwel dieser zum Nationalpark erklärten
wildromantischen Felsenwelt gilt die Bastei, eine Felsformation unmittelbar an
der Elbe.

Von Dresden aus elbabwärts rauschen die Raddampfer nach
Radebeul mit dem Schloss Hoflößnitz, dem bedeutendsten Weingut Sachsens.
Radelbeul ist aber auch Wallfahrtsort von Karl-May-Fans aus aller Welt. Der
Schöpfer von Old Shatterhand und Winnetou verbrachte hier die letzten
Lebensjahre, sein Wohnhaus wurde Museum. Die Fahrt geht weiter ins 1000jährige
Meißen, das durch das Porzellan mit dem Markenzeichen der gekreuzten blauen
Schwerter berühmt wurde. Meißen ist wie zu Zeiten von August dem Starken, der
auf der Albrechtsburg die erste Porzellanmanufaktur Europas einrichtete, noch
heute die berühmte Porzellanstadt.

Gedanken zur Geschichte
Dresdens Keimzelle war ein slawisches Fischerdorf. An dieser
Stelle kreuzte eine alte Handelsstraße die Elbe; der Fluss wurde mit einer Fähre
überquert. Mit dem Aufkommen des Silberbergbaus im Erzgebirge gewann die Straße
an Bedeutung; schon 1287 gab es eine steinerne Brücke, und Dresden wurde zur
befestigten Stadt.
Sein eigentlicher Aufstieg begann jedoch erst 1485, als es
ständige Residenz der Herzöge und späteren Kurfürsten von Sachsen wurde. Die
große Zeit Dresdens kam unter Kurfürst August dem Starken, der seit 1697
zugleich König von Polen war. Er hatte den Ehrgeiz, Dresden zu einer Hauptstadt
von europäischem Rang zu machen. Unter seiner Herrschaft und der seines Sohnes
August III. wurde Dresden durch Baumeister wie Daniel Pöppelmann, George Bähr
und Gaetano Chiaveri zur schönsten deutschen Barockresidenz. Es entstanden der
Zwinger - wohl das berühmteste Bauwerk Dresdens -, Schloss Pillnitz, das
Japanische Palais, die katholische Hofkirche und die Frauenkirche mit ihrer das
Stadtbild beherrschenden Kuppel.
August III. förderte vor allem die Dresdner Kunstsammlungen. Er
erwarb Raffaels "Sixtinische Madonna", heute das kostbarste Stück der von
Gottfried Semper erbauten Gemäldegalerie. Wegen der Fülle der Kunstschätze wurde
Dresden "das deutsche Florenz" genannt. Die 1764 gegründete Kunstakademie zog
bedeutende Maler in ihren Bannkreis: Caspar David Friedrich, Ludwig Richter,
Otto Dix, um nur wenige zu nennen. Die große Musiktradition Dresdens begründete
Heinrich Schütz, der im 17. Jahrhundert Hofkapellmeister war. Das gleiche Amt
bekleideten später Carl Maria von Weber und Richard Wagner.
Den Zweiten Weltkrieg hatte Dresden nahezu unversehrt
überstanden, als die britische Luftwaffe auf die unselige Idee kam, die mit
Flüchtlingen überfüllte Stadt in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 in
Schutt und Asche zu legen.Die Bilanz: über 35 000 Tote, 175 000 zerstörte Wohnungen, von
zerstörten Kunstschätzen ganz zu schweigen. Die Stadt glich einer
Ruinenlandschaft.
Die Zerstörung der Stadt 1945, der Wiederaufbau unter
sozialistischem Gedankengut und die Erneuerungsphase nach der Wende haben
Dresdens Stadtbild ein recht eigentümliches Gepräge verliehen. Fachkundig
renovierte und mittlerweile zum Teil wieder auf Hochglanz gebrachte, barocke
Prachtbauten stehen im krassen Gegensatz zu den in sozialistischer
Plattenbauweise hochgezogenen Wohnvierteln. Von der DDR-Vergangenheit zeugen
auch die für die Aufmärsche erweiterten Boulevards und die stark verfallenen
Altbauten, die der Luftverschmutzung durch die nahen Braunkohlekraftwerke nicht
länger standhalten konnten. Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen nach der Wende
lassen jedoch hoffen, dass sich Dresden schon in naher Zukunft wieder zu den
schönsten Städten Deutschlands zählen kann. Doch sei an dieser Stelle auch nicht
verschwiegen, dass so manches moderne Einkaufszentrum oder Bürogebäude sich nur
schwerlich in den Flair der Barockstadt einfügen lässt.
Das 20. Jahrhundert ließ Dresden rasch zur modernen Großstadt
wachsen, ohne dass dadurch die Musen zu kurz gekommen wären. Im Jahre 1905
entstand die berühmt gewordene Künstlergemeinschaft "Die Brücke", das Fundament
der expressionistischen Malerei in Deutschland.
Wie überall in den neuen Ländern brachte die Wende auch für
Dresden entscheidende Einschnitte in der Wirtschaftsstruktur mit sich. Doch
nicht zuletzt dank seiner zahlreichen wissenschaftlichen Hochschulen und
Institute blieb Dresden als Produktionsstandort für High Tech-Produkte
interessant und ist auch bis heute vor allem auf dem Gebiet der Elektrotechnik
und Elektronik ein innovatives Zentrum geblieben Stadtbild.
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geändert am 21.03.07 Bilder: © Monika Frunzke