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Bautzen

 

Bautzen (sorbisch Budyšin) ist eine Kreisstadt in Sachsen, in der Oberlausitz.. Die Stadt wurde auf einer Granithöhe am Oberlauf der Spree erbaut, sie wird weithin sichtbar von der Ortenburg (um 1000 gegründet) überragt. Hier leben etwa 44 000 Einwohner, sie ist auch das Zentrum der Lausitzer Wenden (Sorben).


Bautzen entstand als Stammsitz der slawischen Milsener, auf dem die Ortenburg als Grenzfeste der Markgrafen von Meißen gebaut wurde. 1002 erstmals namentlich erwähnt, kam Bautzen 1031 in deutschen Besitz (1213 Stadtrecht). Seit 1346 war es Haupt des Lausitzer Städtebundes. In der Schlacht bei Bautzen siegte am 20./21. 5. 1813 Napoleon I. über Preußen und Russen.
Eindrucksvoll ragt die Kulisse des 1000jährigen Bautzens aus dem Profil der vielgestaltigen Landschaft der Oberlausitz. Trotz oder gerade wegen ihrer bewegten Geschichte, dem  Auf und Ab, der Zerstörung und dem Wiederaufbau hat Bautzen sich ein einzigartiges Gesicht bewahrt.
Hoch über der Spree ragt der historische Stadtkern. Von dort nahm einst die Entwicklung Bautzens ihren Lauf. Nach einer ersten urkundlichen Erwähnung durch Thietmar von Merseburg als "civitas Budusin" im Jahre 1002 wuchs die Stadt schnell. Sie entwickelte sich zu einem einflussreichen Zentrum der Lausitz. Bautzen erlebte nicht nur gute Zeiten. Kriege, Stadtbrände und Plünderungen hinterließen ihre deutlichen Spuren. Aber stets erblühte die Stadt neu. Wer heute durch die Straßen der Stadt bummelt, bekommt einen unvergesslichen Eindruck architektonischer Meisterwerke vergangener Jahrhunderte.

Wer den Aufstieg auf einen der Bautzener Türme nicht scheut, bekommt einen phantastischen Blick auf die Stadt und das Umland präsentiert, in das mittelalterliche Stadtbild mit vielen Türmen (Lauen-, Reichen-, Wendischer Turm, Nikolaitor), mit Petridom und Michaeliskirche fügt sich Neues gut ein. Die Unverwechselbarkeit der Stadt erwächst aus der Vielfalt ihrer Reize - eine als Flächendenkmal erhaltene und in der Sanierung fortgeschrittene historische Altstadt, interessantes deutsches und sorbisches Kulturleben, ein abwechslungsreiches touristisches Umland.

Um 1000 wurde an dieser Stelle die erste Pfarrkirche errichtet.  1213/21 erfolgte die Gründung des Domstiftes St. Petri und der erste  Dombau. Nach 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt.
 1456/63 wurde das vierte, südliche Schiff errichtet und 1492/97 fand  der spätgotische Hallenbau seinen Abschluß. Nach dem Stadtbrand  von 1634 wurde der Bau wiederhergestellt und das Innere im  barocken Stil ausgestaltet. Von den zwei   geplanten Türmen wurde nur der Südturm ausgeführt und 1664 mit einer Barockhaube versehen. Restaurierungen erfolgten 1882/85, 1950/53 und 1987.
Seit der Reformation 1524 ist der Dom Simultankirche (röm.-kath. und evang.-luth.), wurde 1921 Kathedrale des Bistums Meißen und ist seit 1980 Konkathedrale des Bistums Dresden-Meißen.

Zur Sicherung des steigenden Wasserbedarfs durch den starken Bevölkerungszuwachses wurde 1606/10 die Neue Wasserkunst mit ihrem 45 Meter hohen Turm durch den Ratsbaumeister Wenzel Röhrscheidt d. J. erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Bauwerk 1620 stark beschädigt und erst 1724/25 wiederaufgebaut. Dabei wurde der hölzerne Abschluß durch eine steinerne Kuppel ersetzt. 1877/79 verlegte man die Wasserleitungsrohre in den Straßen mit einer Gesamtlänge von ca. 4 km und mit Anschlüssen zu den Wohngebäuden. 1890 erfolgte die Stilllegung der Wasserkunst.
Heute ist das damalige Werkhaus (Fischergasse 20) Wohnhaus. Der umgebaute Röhrengang und das angebaute Neutor sind noch gut erhalten.

Im Zuge des Ausbaues der inneren Stadtbefestigung im 14./15. Jh. entstand 1490/92 der untere Teil des Reichenturmes. Nach viermaliger Zerstörung durch Brände erhielt der Turm 1715/18 einen steinernen Barockaufsatz nach einem Entwurf von Joh. Christoph Naumann. 1747 wurde die erste Neigungserscheinung des Turmes festgestellt. 1837 kam es zum Abbruch des Reichentores mit seinen vier hintereinanderliegenden gotischen Torbögen und des Mauerrondells, wobei der innere Bogen neben dem Turm als Rundbogen erhalten blieb. Dabei wurde das 1577 geschaffene Denkmal Kaiser Rudolfs II. (1552 - 1612) von der Ostseite des Rondells an die östliche Seite des Turmfußes versetzt. 1968 wurde leider der restliche Torbogen abgetragen. 1953/54 erfuhr der 3200 Tonnen schwere Turm eine Fundamentbefestigung, da er nur 80 Zentimeter tief begründet war und der Neigung von 1,44 m Einhalt geboten werden mußte. 1991/93 erfolgte eine umfassende Restaurierung.

Bautzen ist auch das kulturelle und politische Zentrum der Sorben in der Oberlausitz. Das kleine slawische Volk hat seine Sprache, seine Traditionen, seine Folklore und viele Bräuche bis heute beibehalten. In Bautzen haben zahlreiche sorbische Einrichtungen, Institutionen und kulturelle Stätten ihren Sitz. So befindet sich in Bautzen das einzige zweisprachige Theater Deutschlands, das Deutsch-Sorbische Volkstheater.
Besonders zur Osterzeit besuchen Tausende die Stadt und die Umgebung, um an vielfältigen österlichen Bräuchen teilzunehmen. Die beeindruckenden Prozessionen der Osterreiter sind sicher ein Höhepunkt des Osterfestes für alle Gäste.

In Bautzen befand sich 1945 bis 1950 ein sowjetisches Internierungslager (Bautzen I), bis 1990 dann ein Gefängnis des Staatssicherheitsdienstes (siehe hier) der DDR (Bautzen II).

                                                                                                                Bilder: © Michael Frunzke

Seite geändert: 07.01.2010